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TFP / Arbeit mit Persönlichkeitsstörungen in Saarlouis und im Saarland

Übertragungsfokussierte Psychotherapie · Schematherapie

Wenn Gefühle, Beziehungen und das Bild von sich selbst immer wieder in dieselben schwierigen Muster geraten, kann eine Psychotherapie mit Schwerpunkt auf Persönlichkeitsstörungen ein Weg sein, diese Muster zu verstehen. Diese Seite erklärt, was damit gemeint ist, wie die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) arbeitet und wie der Weg in die Silberherzpraxis in Saarlouis aussieht.

Die Seite dient der Information. Sie ersetzt keine Diagnose, keine Beratung und keine Behandlung.

Was mit Persönlichkeitsstörung gemeint ist

Jeder Mensch hat eine eigene Art zu fühlen, zu denken und Beziehungen zu gestalten. Diese Muster bilden die Persönlichkeit. Meist sind sie flexibel genug, um sich auf unterschiedliche Situationen und Menschen einzustellen.

Von einer Persönlichkeitsstörung sprechen Fachleute, wenn solche Muster sehr starr sind, schon lange bestehen, in vielen Lebensbereichen auftreten und anhaltend zu Leiden oder zu deutlichen Einschränkungen führen, etwa in Beziehungen, im Beruf oder im Umgang mit sich selbst. Sie zeigen sich meist schon in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter.

Erlebt wird das sehr unterschiedlich. Manche Menschen berichten von starken, schwer steuerbaren Gefühlen, von einem schwankenden Bild von sich selbst und anderen, von der Angst, verlassen zu werden, oder von Schwierigkeiten mit Nähe und Vertrauen. Andere fallen vor allem durch Rückzug, Misstrauen oder sehr hohe Ansprüche an sich selbst auf.

Der Begriff klingt härter, als er gemeint ist. Eine Persönlichkeitsstörung ist weder ein Charakterfehler noch eine Frage von Schuld oder Willensstärke. Aus tiefenpsychologischer Sicht geht es um Muster, die einmal einen Sinn hatten, oft als Antwort auf frühe Erfahrungen, und die heute mehr Mühe machen, als sie nützen.

Die Klassifikationssysteme beschreiben Persönlichkeitsstörungen unterschiedlich: Die ICD-10 nennt einzelne Formen, etwa die emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline-Typ) oder die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung. Die ICD-11 unterscheidet vor allem nach dem Schweregrad. Ob eine Diagnose zutrifft, lässt sich nur in einer persönlichen fachlichen Untersuchung klären.

Viele Menschen suchen zunächst wegen Depression, Ängsten, Erschöpfung oder Konflikten in Beziehungen Hilfe und stellen erst im Verlauf fest, dass hinter den Beschwerden wiederkehrende Muster stehen.

Was die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) ist

Die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (englisch: Transference-Focused Psychotherapy, TFP) ist eine von Otto F. Kernberg und Kollegen entwickelte psychodynamische Behandlungsmethode. Sie wurde für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen entwickelt, zunächst vor allem für die Borderline-Persönlichkeitsstörung, und gehört zu den tiefenpsychologischen Verfahren.

Der Grundgedanke: Die inneren Bilder, die ein Mensch von sich und von anderen hat, sind bei Persönlichkeitsstörungen oft widersprüchlich und stark von Gefühlen gefärbt. Ein Gegenüber wird dann zum Beispiel einmal als völlig verlässlich, ein anderes Mal als völlig enttäuschend erlebt. Solche wiederkehrenden, oft widersprüchlichen Erlebens- und Beziehungsmuster werden auch in der therapeutischen Beziehung sichtbar (Übertragung). Dort können sie unmittelbar beobachtet, benannt und gemeinsam verstanden werden.

Kennzeichen der Arbeitsweise

  • Am Anfang stehen eine sorgfältige Diagnostik und die gemeinsame Vereinbarung von Zielen und Rahmen der Behandlung.
  • Der Blick richtet sich auf das, was in der Sitzung selbst zwischen Patient:in und Therapeut:in geschieht, also auf das Hier und Jetzt der Beziehung.
  • Die Therapeutin bzw. der Therapeut ist aktiv, fragt nach und hilft, Widersprüche im Erleben zu erkennen und auszuhalten, ohne zu bewerten.

TFP und DBT

Neben der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) gehört die TFP zu den wissenschaftlich untersuchten Behandlungsformen bei Persönlichkeitsstörungen. Die DBT ist ein verhaltenstherapeutisches Verfahren, in dem das Erlernen konkreter Fertigkeiten im Umgang mit Gefühlen eine große Rolle spielt. Die TFP ist ein tiefenpsychologisches Verfahren, das stärker auf das Verstehen der Beziehungsmuster zielt. Welches Vorgehen zu einem Menschen passt, ist eine individuelle Frage und Teil der Sprechstunde.

Schematherapie als Ergänzung

Die Schematherapie wurde von Jeffrey E. Young entwickelt. Sie verbindet Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie mit bindungstheoretischen, emotionsfokussierten und psychodynamischen Ansätzen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Schemata, tief verankerte Muster des Denkens, Fühlens und Handelns, die sich oft früh im Leben gebildet haben, und Modi, die wechselnden inneren Zustände, in denen ein Mensch jeweils erlebt und handelt.

Daniel Kerkow zählt die TFP und die Schematherapie zum Schwerpunkt seiner Arbeit mit Persönlichkeitsstörungen. Er ist in der TFP nach O. Kernberg am TfP-Institut München weitergebildet und hat eine Fortbildung in Schematherapie am Institut für Schematherapie Frankfurt absolviert. Er ist Mitglied der International Society of Transference-Focused Psychotherapy (ISTFP). Grundlage der Behandlung bleibt die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie; Elemente der Schematherapie können ergänzend einfließen.

Die Behandlung in der Praxis

  • Die Praxis hat einen vollen Kassensitz bei der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland. Behandelt werden Erwachsene, die gesetzlich versichert sind (alle Krankenkassen), sowie Selbstzahler:innen.
  • Angeboten wird Gruppentherapie in festen Gruppen, auch in Kombination mit Einzelsitzungen. Die Gruppen treffen sich wöchentlich für 100 Minuten und sind für gesetzlich Versicherte eine Kassenleistung, ebenso die Kombination mit Einzelsitzungen. Die Formate stehen auf der Startseite.
  • Auf Wunsch sind Sitzungen auch per Video möglich. Therapie ist auf Deutsch, Englisch und Spanisch möglich.
  • Die Praxisräume liegen in einem Altbau und sind leider nicht barrierefrei zugänglich. Mehr dazu unter Anfahrt.

Wie die Behandlung für das jeweilige Anliegen aufgebaut wird, klärt sich in der Sprechstunde. Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen ist in der Regel ein längerer gemeinsamer Prozess und setzt die Bereitschaft voraus, sich auf die Zusammenarbeit einzulassen.

So kommen Sie zu einem Termin

  1. Psychotherapeutische Sprechstunde

    Am Anfang steht ein Termin in der psychotherapeutischen Sprechstunde. Dort wird gemeinsam geklärt, ob eine Psychotherapie sinnvoll ist und welche Behandlung passt. Ob eine Behandlung in dieser Praxis passt, klärt sich ebenfalls dort. Eine Überweisung ist nicht nötig, bitte bringen Sie Ihre Versichertenkarte mit.

  2. Termin anfragen

    Am besten senden Sie der Praxis eine kurze E-Mail mit Ihrem Anliegen und Ihrer Telefonnummer. Bitte schreiben Sie keine Gesundheitsdetails in die E-Mail.

    E-Mail: termine [at] silberherzpraxis [punkt] de

  3. Terminservicestelle 116117

    Einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde oder eine Akutbehandlung können Sie auch über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung bekommen: telefonisch unter 116117 oder online auf 116117.de. Die Terminservicestelle vermittelt freie Termine in der Region, nicht unbedingt in dieser Praxis.

Ehrlich zu Wartezeiten

Die Zahl freier Therapieplätze ist begrenzt. In eine Kombinationstherapie steigen Sie überwiegend über eine Gruppe ein; das ist oft kurzfristig möglich, siehe Formate. Anfragen per E-Mail werden in der Regel erst beantwortet, wenn tatsächlich ein Termin angeboten werden kann. Wenn Sie nichts hören, gibt es aktuell leider keinen freien Platz. Wenn Sie zeitnah einen Termin benötigen, wenden Sie sich bitte an die Terminservicestelle unter 116117. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

In einer akuten Krise

Die Praxis ist keine Notfallambulanz. In dringenden Fällen außerhalb der Erreichbarkeit wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei Lebensgefahr rufen Sie den Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Überweisung?
Nein. Für die psychotherapeutische Sprechstunde ist keine Überweisung nötig. Bitte bringen Sie Ihre Versichertenkarte mit.
Kann ich auch als Selbstzahler:in kommen?
Ja. Behandelt werden gesetzlich Versicherte aller Krankenkassen sowie Selbstzahler:innen.
Bekomme ich in der Sprechstunde eine Diagnose?
In der Sprechstunde wird gemeinsam eingeschätzt, ob eine Psychotherapie sinnvoll ist und welche Behandlung passt. Eine Diagnose wird fachlich im persönlichen Gespräch gestellt, nicht auf Grundlage dieser Seite.
Ist die Praxis für akute Krisen zuständig?
Nein, die Praxis ist keine Notfallambulanz. Hinweise für akute Krisen stehen oben im Kasten „In einer akuten Krise“.

Weiterführende Informationen

Kontakt

E-Mail: termine [at] silberherzpraxis [punkt] de

Bitte schicken Sie keine Befunde oder Gesundheitsdetails per E-Mail. E-Mails werden unverschlüsselt übertragen.